Sinn: Wichtiger als Glück

Wie im vorherigen Post versprochen, hier nun die wichtigsten Quellen zu meinem Psychologie-Heute-Artikel Besser als Glück.

Im Anschluss daran weitere interessante Funde zum Thema, die ich gemacht habe, als der Artikel schon fertig war.

Die wichtigsten Quellen:

Bücher:

Emily Esfahani Smith, The Power of Meaning: Crafting a Life That Matters. Crown, New York 2017

Tatjana Schnell, Psychologie des Lebenssinns. Springer-Verlag, Heidelberg 2016

Paul Dolan, Absichtlich glücklich: Wie unser Tun das Fühlen verändert. Pattloch Verlag, München 2015

Viktor E. Frankl, … trotzdem Ja zum Leben sagen – Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager. Kösel-Verlag, München 2009

Viktor E. Frankl, Dem Leben Antwort geben: Autobiografie. Beltz Verlag, Weinheim 2017 (In Bezug auf das Thema des Artikels allerdings weniger interessant  als „… trotzdem Ja zum Leben sagen“)

Wichtige Artikel:

(Reihenfolge der Angaben: Autoren/Titel/Zeitschrift/Nr./Jahr/Seiten/DOI)

Shigehiro Oishi, Ed Diener/Residents of poor nations have a greater sense of meaning in life than residents of wealthy nations/Psychological Science/25/2014/422-430/10.1177/0956797613507286

Roy F. Baumeister, Kathleen D. Vohs, Jennifer L. Aaker, Emily N. Garbinsky/Some key differences between a happy life and a meaningful life/The Journal of Positive Psychology/8(6)/2013/505-516/10.1080/17439760.2013.830764

Thomas Hansen/ Parenthood and Happiness: A Review of Folk Theories Versus Empirical Evidence/Social Indicators Research/108(1)/2012/29–64/10.1007/s11205-011-9865-y

James L. Abelson,, Thane M. Erickson, Stefanie E. Mayer, Jennifer Crocker, Hedieh Briggs, Nestor L. Lopez-Duran, and Israel Liberzon/ Brief cognitive intervention can modulate neuroendocrine stress responses to the Trier Social Stress Test: Buffering effects of a compassionate goal orientation/ Psychoneuroendocrinology/44/2014/60-70/10.1016/j.psyneuen.2014.02.016

Barbara L. Fredrickson, Karen M. Grewen, Kimberly A. Coffey, Sara B. Algoe, Ann M. Firestine/A functional genomic perspective on human well-being/110(33)/2013/13684–13689/10.1073/pnas.1305419110

Anthony L. Burrow, Nicolette Rainone/How many likes did I get?: Purpose moderates links between positive social media feedback and self-esteem/Journal of Experimental Social Psychology/69/2017/232–236/10.1016/j.jesp.2016.09.005

Patrick L. Hill, Nicholas A. Turiano, Daniel K. Mroczek, Anthony L. Burrow/The value of a purposeful life: Sense of purpose predicts greater income and net worth/Journal of Research in Personality/65/2016/38-42/10.1016/j.jrp.2016.07.003

Jean M. Twenge, Kathleen R. Catanese, Roy F. Baumeister/Social Exclusion and the Deconstructed State: Time Perception, Meaninglessness, Lethargy, Lack of Emotion, and Self-Awareness/Journal of Personality and Social Psychology/85(3)/2003/409-423/10.1037/0022-3514.85.3.409

Nathaniel M. Lambert, Tyler F. Stillman, Joshua A. Hicks, Shanmukh Kamble, Roy F. Baumeister, Frank D. Fincham/To Belong Is to Matter: Sense of Belonging Enhances Meaning in Life/Personality and Social Psychology Bulletin/39(11)/2013/1418–1427/10.1177/0146167213499186

John Paul Stephens, Emily Heaphy, Jane E. Dutton/High-quality Connections/Oxford Handbooks Online//10.1093/oxfordhb/9780199734610.013.0029

Jane Dutton/Fostering High-Quality Connections/Stanford Social Innovation Review/2003/https://ssir.org/articles/entry/fostering_high_quality_connections

Universität Zürich/VIA-IS – Informationen zur Interpretation Ihrer Ergebnisse/ http://www.charakterstaerken.org/VIA_Interpretationshilfe.pdf, Selbsttest Charakterstärken: http://www.charakterstaerken.org

David Scott Yeager, Matthew J. Bundick/ The Role of Purposeful Work Goals in Promoting Meaning in Life and in Schoolwork During Adolescence/Journal of Adolescent Research/24(4)/2009/423–452/10.1177/0743558409336749

Jack J. Bauer, Dan P. McAdams, Jennifer L. Pals/Narrative identity and eudaimonic well-being/Journal of Happiness Studies/9(1)/2008/81–104/10.1007/s10902-006-9021-6

Laura J. Kray, Linda G. George, Katie A. Liljenquist, Adam D. Galinsky, Philip E. Tetlock, Neal J. Roese/From what might have been to what must have been: Counterfactual thinking creates meaning/ Journal of Personality and Social Psychology/98(1)/2010/106-118/10.1037/a0017905

Für den Kasten

Patrick Cook-Deegan/Redesigning American High Schools for the 21st Century/ Stanford Social Innovation Review/2016/https://ssir.org/articles/entry/re_designing_american_high_schools_for_the_21st_century

Markus H. Schafer, Laura Upenieks/The Age-Graded Nature of Advice/Social Psychology Quarterly/79(1)/2016/22-43/10.1177/0190272516628297

Außerdem:

Interview von Marie Forleo mit Cheryl Strayed: https://www.youtube.com/watch?v=oINfXbPsVqM
 

Interessante spätere Funde, die mit dem zu tun haben, was ich in meinem Artikel beschreibe:

– Brad Stulberg: Your Job Can’t Be the Only Meaningful Thing in Your Life

– eine weitere Studie:

Updegraff, John A.; Silver, Roxane Cohen; Holman, E. Alison, Searching for and finding meaning in collective trauma: Results from a national longitudinal study of the 9/11 terrorist attacks. Abstract: http://psycnet.apa.org/psycinfo/2008-11108-015 ges. Veröffentlichung: https://webfiles.uci.edu/rsilver/Updegraff%20et%20al.%20JPSP%202008.pdf

– Kameron Hurley: The Mission-Driven Writing Career

Besser als Glück: Bedeutung

Das Juli-Heft von Psychologie Heute enthält meinen Artikel darüber, warum ein bedeutungsvolles Leben besser für uns ist und sich auf eine tiefere Weise gut anfühlt als eines, das sich durch ungetrübtes Wohlbefinden auszeichnet. Der Titel: Besser als Glück.

Wie üblich enthält dieser erste Post zu dem Artikel die Outtakes, also die Passagen, die es aus Platzgründen nicht ins Heft geschafft haben. Ich fand das Thema so faszinierend, dass es dieses Mal ziemlich viele Textstücke waren. Was mir besonders bemerkenswert erscheint, habe ich gefettet.

In einem zweiten Post verrate ich meine wichtigsten Quellen und gebe Hinweise auf Informationen (mit Links), die ich erst nach dem Schreiben gefunden habe.

Genug der Vorrede. Hier sind die Outtakes.

Erstens aus dem eigentlichen Artikel:

Glückliche Menschen waren eher „Nehmer“, sinnerfüllte eher „Geber“. Jemand, der gerade Klatschzeitschriften liest oder fernsieht, würde also bei einer Befragung vermutlich erklären, sich gut zu fühlen.

Die Bestseller-Autorin Cheryl Strayed sagte in einem Interview: „All die besten Dinge in meinem Leben, sind gleichzeitig unglaublich schwierig. Eine Mutter zu sein, eine Ehefrau, eine Autorin … Es ist nicht alles nur Freude, Regenbögen und Einhörner.“

… dass die meisten Untersuchungen nahelegen, dass Menschen ohne eigenen Nachwuchs „besser dran“ sind. Das gilt besonders, wenn die Kinder noch zu Hause leben, und für Frauen, Alleinerziehende, Menschen mit wenig Geld und in Gesellschaften, wo das Kinderhaben nicht mehr als so zentral angesehen wird. Auch Paul Dolan schreibt: „Als ich mich vor zehn Jahren mit dem Gedanken an eigene Kinder befasste, hätte ich mich auf der Grundlage der Glücksforschung eigentlich dagegen entscheiden müssen.“ Warum möchten es trotzdem so viele Menschen nicht missen, Eltern zu sein? Hansen zitiert Baumeister, der meinte, dass dies zwar eine wenig geeignete Strategie sei, um Glück zu finden, jedoch eine hervorragende, um dem Leben Sinn zu geben. Paul Dolan bestätigt das. Gemeinsam mit seiner Frau Les hat er inzwischen eine Tochter und einen Sohn. „Sie machen uns ein bisschen Freude, viele Sorgen und geben uns eine Riesendosis Sinnhaftigkeit.“

… Die Bedeutung, die Menschen ihrem Leben beimessen, bietet, wie bereits erwähnt, einen gewissen Schutz vor Selbsttötungen. Der Philosoph Friedrich Nietzsche drückte das so aus: „Hat man sein Warum des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem Wie.“

… Anthony Burrow und Nicolette Rainone vermuten, dass diese Menschen die Zukunft und ihre Ziele im Blick behalten und deshalb weniger impulsiv auf solche Belohnungen [Likes bei Facebook] reagieren.

Wenn wir in dem, was wir tun, einen Sinn sehen, ermöglicht uns dies außerdem, aus unserer eigenen Haut herauszuschlüpfen – zumindest zeitweise. Das hat der Psychologe Brian Little von der Cambridge University beobachtet. Gerne erzählt er davon, wie es ihm, einem eingefleischten Introvertierten, immer wieder gelingt, lebendige Vorlesungen und Vorträge zu halten, sich also ausgesprochen extrovertiert zu geben. Wenn wir ein Projekt vorantreiben wollen, das uns wichtig ist, können wir, so Little, durchaus anders handeln, als es unserer Persönlichkeit entspricht.

Eine zentrale Komponente von Bedeutung, ein Lebenszweck, also übergeordnete Ziele, ist möglicherweise sogar gut für den Geldbeutel. Patrick Hill von der Carleton University in Ottawa, Kanada, wertete Daten einer amerikanischen Langzeitstudie aus. Als zielstrebig galt, wer der Aussage „Manche Menschen wandern ziellos durchs Leben, aber ich gehöre nicht dazu“ stark zustimmte und andererseits zum Beispiel diese Aussage stark ablehnte: „Ich lebe in den Tag hinein und denke nicht wirklich über die Zukunft nach.“ Diese Menschen hatten bereits zu Beginn der Befragung ein höheres Einkommen und mehr Ersparnisse. Circa neun Jahre später lag ihr durchschnittlicher Jahresverdienst um 4500 US-Dollar höher als bei den weniger zielstrebigen Vergleichspersonen und das Vermögen um 21000. Dabei hatten die Forscher bereits verschiedene Faktoren wie die besseren Startbedingungen herausgerechnet. ((Der Effekt machte sich übrigens hauptsächlich bei Menschen bis zu 35 Jahren bemerkbar, also zu Beginn der beruflichen Karriere.

… Trotzdem gibt es natürlich nach wie vor Menschen, die in ihrem Leben und in dem, was sie tun, einen Sinn sehen. Können bestimmte Eigenschaften oder andere Faktoren dies begünstigen? Auf diese Frage hat Tatjana Schnell in ihrer eigenen Forschung und der von anderen einige Antworten gefunden. Zwischen Männern und Frauen gibt es anscheinend keinen Unterschied in Bezug auf die erlebte Sinnerfüllung. Diese steigt zwar ein wenig mit zunehmendem Alter, jedoch ist die Bandbreite sehr groß. Das heißt, in jedem Alter gibt es Menschen, die ihr Leben als sehr bedeutungsvoll erleben, und andere, bei denen das weniger der Fall ist. Zum Thema Persönlichkeit schreibt die Wissenschaftlerin, „dass es für selbstkontrollierte, optimistische, gesellige, freundliche, wissbegierige und experimentierfreudige Menschen etwas leichter ist, ein sinnvolles Leben zu führen“. Vererbung spielt vermutlich keine große Rolle. Zumindest sprechen die wenigen Ergebnisse, die es gibt, dagegen.

dass ein Gefühl der Zugehörigkeit dazu führt, dass das Leben für uns einen Sinn hat. Als Erstes denken viele dabei vermutlich an die Familie. Zu Recht. Menschen mit Kindern empfinden ihr Leben als bedeutungsvoller als Kinderlose. Darüber hinaus berichtet Schnell, dass die Sinnerfüllung bei Verheirateten höher ist als bei Singles und als bei Personen, die zwar in einer Partnerschaft leben, aber nicht verheiratet sind. Bei Eltern verschwand der Unterschied zwischen solchen, die verheiratet oder unverheiratet zusammenlebten, übrigens.

Bei diesen Forschungsergebnissen sollte man allerdings im Hinterkopf behalten: Meist handelt es sich um Befragungen zu einem bestimmten Zeitpunkt und nicht um Langzeituntersuchungen. Die Daten eignen sich also nicht dazu festzustellen, was zuerst da war: Huhn oder Ei. Oder in diesem Fall: Ehe/Kinder oder Sinnerfüllung. Die bereits erwähnte Studie von Baumeister und Lambert ist eine Ausnahme. Sie demonstrierte, dass Zugehörigkeit Bedeutung hervorruft. Darauf, dass Menschen, die ihr Leben als sinnvoller empfinden, eher heiraten als andere, gibt es andererseits ebenfalls Hinweise. Schließlich können die Ursache-Wirkungsbeziehungen auch als Wechselwirkung in beide Richtungen verlaufen. Olga Stavrova von der Tilburg University und Maike Luhmann von der Ruhr-Universität Bochum fanden heraus, dass dies bei der Zugehörigkeit zu größeren Gruppen der Fall ist, etwa wenn man sich ehrenamtlich engagiert. Diese kollektive Verbundenheit (collective connectedness) ist einerseits wahrscheinlicher, wenn man sein Leben als bedeutungsvoll empfindet, trägt aber selbst auch wiederum zur Sinnerfüllung bei.

Mitglieder des Reinigungspersonals in einem Krankenhaus zum Beispiel empfanden ihre Arbeit als sinnerfüllter und befriedigender, wenn Patienten respektvoll mit ihnen sprachen.

Doch wie erkennt man seinen Lebenszweck? Forscher haben gezeigt, dass Menschen, die ihre besonderen Stärken in ihrem Beruf anwenden können, mehr Sinn in ihrer Arbeit finden (und auch mehr leisten). Wissenschaftler kennen insgesamt 24 davon, die sie mit einem speziellen Fragebogen (VIA-IS, Inventory of Strengths des Values-In-Action Institutes) erfassen (s. Website der Universität Zürich für einen Test zum Selbermachen: http://www.charakterstaerken.org) ((falls Sie das hier oder bei den Quellen online erwähnen möchten)). Jeder besitzt vermutlich zwischen drei und sieben sogenannte Signaturstärken, etwa Kreativität, Freundlichkeit, Führungsvermögen, Vorsicht, Sinn für das Schöne. Je mehr davon man in einem Job einbringen kann, desto mehr empfindet man ihn als Berufung und als sinnvoll. Allerdings kann nur jeder Dritte auf Anhieb seine speziellen Fähigkeiten nennen.

Natürlich ist die Verwirklichung einer Berufung nicht auf die Arbeitswelt beschränkt. Viele Eltern sehen in ihren Kindern eine wichtige Aufgabe. Wir können entsprechende Hobbys wählen oder uns ehrenamtlich engagieren.

… ((zum Punkt: Sinn herstellen durch Geschichtenerzählen)) so,dass wir das Gute im Schlechten erkennen und das Positive, das zum Beispiel aus einem traumatischen Ereignis entstanden ist. Nichts versinnbildlicht dies besser als das Schicksal des österreichischen Psychiaters Viktor Frankl, der selbst im Konzentrationslager Schreckliches mitgemacht hatte und dessen Eltern, Bruder und Ehefrau umgekommen waren. Zurück in Wien diktierte er Stenotypistinnen in nur neun Tagen das Buch, das unter dem Titel „Man’s Search for Meaning“ in den USA zu einem Riesenerfolg wurde, und schrieb sich damit das Erlebte, wie er in seiner Autobiografie berichtet, „von der Seele“. Dieses Buch, auf Deutsch in etwas anderer Form unter dem Titel „… trotzdem Ja zum Leben sagen – Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“ erhältlich, hat wiederum unzähligen Menschen geholfen. Für den österreichischen Neurologen und Holocaust-Überlebenden selbst, so schreibt er in seiner Autobiografie, bestand der Sinn seines Lebens darin, anderen zu helfen, in ihrem Leben einen Sinn zu sehen.

Ein Trick, bestimmten Geschehnissen eine Bedeutung zu geben, kann kontrafaktisches, also den Tatsachen widersprechendes Denken (counterfactual thinking) sein. Wenn wir uns vorstellen, was passiert wäre, wenn wir eine bestimmte Entscheidung nicht getroffen hätten – nicht diese bestimmte Stelle angenommen hätten, nicht unseren Partner geheiratet hätten und so weiter – , dann erscheint uns die tatsächliche Richtung, die wir eingeschlagen haben, paradoxerweise geradezu zwangsläufig und damit sinnvoll. Das haben Laura Kray von der University of California, Berkeley, und andere mit Hilfe mehrerer Experimente gezeigt.

… ((Sinn durch Transzendenz)) „Heilige Orte finde ich in der Natur, vor allem alte Kultstätten. Oder auch Kirchen …  oder Tempel und Ähnliches anderer Religionen.“ So zitiert Tatjana Schnell in ihrem Buch eine Person, die Sinn über Spiritualität erfährt. Jemand anderes wählt den Weg der Naturverbundenheit. „Es gibt mir das Gefühl, ein Teil eines größeren Ganzen zu sein. Zufriedenheit, Freude, Glücklichsein und Ruhe.“

Viktor Frankl stellt in einem Postskriptum zu seinem Buch „Man’s Search for Meaning“ fest: „Glück kann man nicht verfolgen; es muss erfolgen. Man muss einen Grund haben, ‚glücklich zu sein‘. Ist der Grund jedoch gefunden, so wird man automatisch glücklich.“

Zweitens aus dem Textkasten „Dem Leben Bedeutung geben“:

Weiterführende Schulen, so seine Überzeugung, sollten jungen Menschen als Startrampe in ein bedeutungsvolles Leben dienen. Doch gerade in dieser Beziehung versagten sie. 

Mitarbeiter, die einen Sinn in ihrer Arbeit sehen, sind engagiert, was auch für das Unternehmen gut ist. (Andererseits trifft das in Deutschland laut Daten des Meinungsforschungsinstituts Gallup auf die meisten Beschäftigten nicht zu.) John Mackey und Raj Sisodia sind der Ansicht, dass Unternehmen selbst einem höheren Zweck dienen sollten. Mackey erklärt das in einem Interview mit der Zeitschrift Harvard Business Review so: „Wenn man fragt, was die Aufgabe eines Arztes ist, sagt niemand …, den Profit zu maximieren. … Die Aufgabe von Ärzten ist offensichtlich, Menschen zu heilen.“  Ähnlich verhalte es sich mit Lehrern, Journalisten, Architekten und so weiter. Mackey ist einer der beiden Leiter von Whole Foods, einer erfolgreichen amerikanischen Kette von Biosupermärkten. Ihr Zweck: Menschen zu helfen, gesünder zu leben. Kapitalismus mit Bewusstsein (conscious capitalism), wie Mackey und der Wirtschaftswissenschaftler Sisodia ihr Modell nennen, nützt, so ihre Erfahrung, den Mitarbeitern, den Kunden und letztlich auch der Bilanz.

Ich habe schon vor Abgabe des Manuskripts eine ganze Menge gekürzt. Falls Interesse besteht, kann ich gerne auch noch einiges davon hier im Blog veröffentlichen. Dieses Interesse können Sie zum Beispiel unter den entsprechenden Posts bei Facebook und G+ bekunden 🙂

Der nächste Blogpost enthält erst einmal, wie gesagt, meine wichtigsten Quellen und weitere ergänzende Informationen.

Unordnung – Warum und wann ein bisschen Chaos uns guttut

ph0217

Wie im vorherigen Post versprochen, hier nun die wichtigsten Quellen zu meinem Psychologie-Heute-Artikel Schon in Ordnung!. sowie im Anschluss daran weitere interessante Funde zum Thema, die ich gemacht habe, als der Artikel schon fertig war.

Die wichtigsten Quellen:

Bücher:

Tim Harford, Messy The Power of Disorder to Transform Our Lives. Riverhead Books, New York 2016

Eric Abrahamson, David H. Freedman, Das perfekte Chaos: Warum unordentliche Menschen glücklicher und effizienter sind. Econ Verlag, Berlin 2007 (Schon älter, erscheint, soweit ich sehen kann, nicht mehr auf Deutsch, sondern nur noch auf Englisch und ich habe es kaum verwendet)

Wichtige Artikel:

(Reihenfolge der Angaben: Autoren/Titel/Zeitschrift/Nr./Jahr/Seiten/DOI)

Delphine Dion, Ouidade Sabri, Valérie Guillard/Home Sweet Messy Home: Managing Symbolic Pollution/Journal of Consumer Research/41/2014/565-589/10.1086/676922

Kathleen D. Vohs, Joseph P. Redden, Ryan Rahinel/ Physical Order Produces Healthy Choices, Generosity, and Conventionality, Whereas Disorder Produces Creativity/Psychological Science/24(9)/2013/1860-1867/10.1177/0956797613480186

Boyoun (Grace) Chae, (Juliet) Zhu/Environmental Disorder Leads to Self-Regulatory Failure/Journal of Consumer Research/40/2014/1203-1218/10.1086/674547

Daniel D. Sleator, Robert E. Tarjan/Amortized efficiency of list update and paging rules/ Communications of the ACM/28(2)/1985/202-208/10.1145/2786.2793 ((doi führt zum Journal, eine andere Angabe habe ich nicht gefunden))

Steve Whittaker, Julia Hirschberg/The character, value and management of personal paper archives/ACM Transactions on Computer-Human Interaction/8(2)/2001/150-170/ 10.1145/376929.376932

Steve Whittaker, Tara Matthews, Julian Cerruti, Hernan Badenes, John Tang/Am I wasting my time organizing email? A study of email refinding/CHI ’11 Proceedings of the SIGCHI Conference on Human Factors in Computing Systems/2011/3449-3458/10.1145/1978942.1979457

Alison Kidd/The Marks are on the Knowledge Worker/CHI ’94 Proceedings of the SIGCHI Conference on Human Factors in Computing Systems/1994/186-191/10.1145/191666.191740

Craig Knight, S. Alexander Haslam/The Relative Merits of Lean, Enriched, and Empowered Offices: An Experimental Examination of the Impact of Workspace Management Strategies on Well-Being and Productivity/Journal of Experimental Psychology: Applied/16(2)/2010/158-172/10.1037/a0019292

Sowie

Tralee Pearce/Good news: Living with messiness has its benefits/The Globe and Mail/ 2013 http://www.theglobeandmail.com/life/relationships/good-news-living-with-disorder-has-its-benefits/article12395131/?page=all (Interview mit Eric Abrahamson)

Brian Christian, Tom Griffiths/File that under ‘M’ for messy/The Guardian/2016 http://www.theguardian.com/lifeandstyle/2016/apr/17/file-that-under-m-for-messy-paperwork-solution

Tom Vanderbilt/The Traffic Guru/Wilson Quaterly/2008 http://archive.wilsonquarterly.com/essays/traffic-guru (Artikel über Hans Monderman)

Interessante spätere Funde, die mit dem zu tun haben, was ich in meinem Artikel beschreibe:

– Ms. Mann’s earliest photograph in the Gagosian exhibition focuses on Twombly’s tidy lineup of paints, brushes and stained cloths in a spartan linoleum-floored room. “I had no idea what level of misrule and chaos it would turn into,” she said. Over the sequence, the space becomes densely populated with Twombly’s secondhand finds, including a plastic flamingo and ceramic frog, and white plaster assemblage sculptures, bathed in hazy light filtering through the Venetian blinds. Aus: http://www.nytimes.com/2016/09/07/arts/design/sally-mann-cy-twombly-remembered-light.html?_r=0

Manchmal kann es auch starke äußere Anreize geben, radikal aufzuräumen:

Finally, under subpoena, Trump appeared for a short deposition. When asked about the missing documents, he made a shocking admission: The Trumps had been destroying their corporate records for the previous six months … in order to “save space,” Trump testified, officials with his company had been tossing documents into the shredder and garbage. Aus: http://europe.newsweek.com/donald-trump-companies-destroyed-emails-documents-515120

Der Autor Michael Bond:

„Paper is my problem. I have finished and unfinished stories all over the place. When I really want something – a particular page or a reference book – I can’t find it, so it doesn’t work incredibly well. I am running out of flat surfaces. It is ridiculous, really. And I am running out of space on my bookshelves – I have a lot of fat reference books everywhere and no space for anything new.“ Aus: https://www.theguardian.com/books/2016/dec/24/michael-bond-writing-day-paddington-bear

Über den Regisseur Chris Columbus:

On a white board behind the desk is a complicated-looking production schedule listing various projects at different stages of development … His cluttered desk is covered with DVDs, books and family photos. Aus: https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2013/apr/26/chris-columbus-childrens-novel-house-secrets

– Das Foto von Ray Bradburys Büro spricht für sich 🙂

Aus einem Artikel über den leider verstorbenen Hans Rosling:

I first met him in his messy, overloaded office at Uppsala University …

– Ein schönes Zitat von Elke Heidenreich:

Der Sinn des Lebens kann nicht sein, am Ende die Wohnung aufgeräumt zu hinterlassen, oder?

Unordnung – Ihr schlechter Ruf ist unbegründet

ph0217Das Februar-Heft von Psychologie Heute enthält meinen Artikel über Unordnung und warum sie manchmal durchaus nützlich ist. Bei der Recherche habe ich einiges gelernt, das mich doch sehr erleichtert hat 😉

Wie üblich enthält dieser erste Post zu dem Artikel die Outtakes, also die Passagen, die es aus Platzgründen nicht ins Heft geschafft haben.Was mir besonders bemerkenswert erscheint, habe ich gefettet.

In einem zweiten Post verrate ich meine wichtigsten Quellen und gebe Hinweise auf einige Zitate und Links, die ich erst nach dem Schreiben gefunden habe.

Genug der Vorrede. Hier sind die Outtakes:

Um zu zeigen, wie unrealistisch die in Hochglanzzeitschriften dargestellte Welt ist, erzählt Abrahamson in einem Interview mit der kanadischen Zeitung The Globe and Mail von dem Architekten, der zwei Apartments hatte: eines, in dem er lebte, und eines für Fotoaufnahmen.

… Vohs und ihre Kollegen entdeckten andererseits, dass Teilnehmer, die sich in einem ordentlichen Büro aufhielten, mehr Geld für einen wohltätigen Zweck spendeten und sich häufiger für gesündere Snacks entschieden (einen Apfel statt einen Schokoriegel). Grace Chae und Juliet Zhu von Universitäten in Vancouver und Peking zeigten außerdem, dass Probanden an einem unaufgeräumten Arbeitsplatz impulsiveres Kaufverhalten an den Tag legten, bei einem Reaktionstest langsamer waren und bei einer schwierigen Aufgabe weniger lange durchhielten als Personen, die sich in einer ordentlichen Umgebung befanden. Sie deuten ihre Ergebnisse so, dass Unordnung die Selbstkontrolle beeinträchtigt. Anders gewendet könnte man jedoch sagen: Impulsivität mag bei Routineaufgaben stören, fördert aber vermutlich den Einfallsreichtum.

… Das so genannte Messie-Syndrom, an das mancher beim Stichwort Unordnung denkt, zeichnet sich ebenfalls in erster Linie dadurch aus, dass die Betroffenen zwanghaft „Gegenstände mit fraglichem Nutzwert“ horten, wie es in Beschreibungen des Problems heißt.

Ordnungsliebende Menschen sortieren also oft voreilig Dinge ein, die sie nie wieder brauchen.

… (Manche von Dions Probanden reduzierten ihren Stress, indem sie nur grobe Einteilungen trafen, etwa „Werkzeug“ oder „Spielzeug“ als Oberbegriff für den Inhalt von Schränken oder Kisten verwendeten.)

Whittaker stellte im Zuge seiner Forschung übrigens fest: „Bei einigen Leuten findet das Archivieren nur statt, wenn sie Sekretariatsunterstützung erhalten.“ Könnte es sein, dass Chefs, die leere Schreibtische befürworten, dies auch deshalb tun, weil sie die Kosten des permanenten Ordnunghaltens (den Zeit- und Arbeitsaufwand) nie am eigenen Leib zu spüren bekommen?

Bei den zu Anfang erwähnten Studien von Vohs und Chae handelte es sich interessanterweise um von Fremden erzeugtes Durcheinander. Möglicherweise hätte sich eine von den Probanden selbst gestaltete Umgebung etwas anders ausgewirkt.

Ein gutes Beispiel dafür, wie segensreich es sein kann, wenn man Mitarbeitern jegliche Freiheit lässt, ist das vielleicht „kreativste“ Gebäude der Welt, das so genannte Building 20. Es befand sich jahrzehntelang auf dem Gelände des Massachusetts Institutes of Technology (MIT). Eine Reihe von späteren Nobelpreisträgern forschten dort, Amar Bose entwickelte seine Lautsprecher und Harold Edgerton (der Erfinder des Blitzlicht-Stroboskops) experimentierte mit Hochgeschwindigkeitsfotografie. Dabei war es im 2. Weltkrieg zur Erforschung von Radar und Ähnlichem hastig zusammengezimmert worden – nicht umsonst nannten es manche den Sperrholzpalast. Weil das Gebäude von der Universität vernachlässigt wurde, kümmerte es niemanden, wenn die Erfinder der Atomuhr kurzerhand mehrere Zwischendecken entfernten, die ihnen im Weg waren, oder wenn Physiker, ohne zu fragen, elektrische Leitungen dorthin verlegten, wo sie sie brauchten. Jerome Lettvin und Timothy Leary malten psychedelische Bilder auf die Wände, um die künstlerischen Auswirkungen von LSD zu studieren. Lettvin scherzte über das Gebäude: „Man könnte es als den Mutterleib des Instituts betrachten. Es ist irgendwie chaotisch, aber bei Gott, es ist fruchtbar!“

… Trotzdem mögen wir Unordnung nicht. Warum? Einerseits wirkt sie bisweilen geradezu unmoralisch oder wird so hingestellt und ist oft nicht schön anzusehen. Andererseits ist sie unter Umständen anstrengend und verunsichert. Anarchie auf den Straßen à la Monderman fühlt sich riskant an, auch wenn sie es nicht ist.

Ich habe schon vor Abgabe des Manuskripts eine ganze Menge gekürzt. Falls Interesse besteht, kann ich gerne auch noch einiges davon hier im Blog veröffentlichen. Dieses Interesse können Sie zum Beispiel unter den entsprechenden Posts bei Facebook und G+ bekunden 🙂

Der nächste Blogpost enthält erst einmal, wie gesagt, meine wichtigsten Quellen und weitere ergänzende Informationen.

Heilige Werte – Sie verbinden und sie grenzen aus

ph1216Wie im vorherigen Post versprochen, hier nun die wichtigsten Quellen zu meinem Psychologie-Heute-Artikel Im Namen heiliger Werte sowie im Anschluss daran weitere interessante Funde zum Thema, die ich gemacht habe, als der Artikel schon fertig war.

Die wichtigsten Quellen:

Jesse Graham, Jonathan Haidt/Sacred Values and Evil Adversaries: A Moral Foundations Approach/ In: Shaver P, Mikulincer M, editors. The Social Psychology of Morality: Exploring the Causes of Good and Evil. New York: APA Books. 2012.

Jeremy Ginges, Hammad Sheikh, Scott Atran, Nichole Argo/ Thinking from God’s perspective decreases biased valuation of the life of a nonbeliever/ PNAS/113/2016/316-319/10.1073/pnas.1512120113

Scott Atran/The Devoted Actor: Unconditional Commitment and Intractable Conflict across Cultures/ Current Anthropology/57(suppl. 13)/2016/10.1086/685495 ((mehr Angaben gibt es nicht, weil online-Veröff.))

Hammad Sheikh, Ángel Gómez, Scott Atran/Empirical Evidence for the Devoted Actor Model/ Current Anthropology/57(suppl. 13)/2016/ 10.1086/686221

Scott Atran/On the Front Line Against ISIS: Who Fights, Who Doesn’t, and Why/The Daily Beast/2016/((keine anderen Angaben, weil keine wiss. Zeitschrift, Link: http://www.thedailybeast.com/articles/2016/04/19/on-the-front-line-against-isis-who-fights-who-doesn-t-and-why.html ))

Scott Atran on Youth, Violent Extremism and Promoting Peace (Scott Atrans Rede vor dem UN-Sicherheitsrat 2015): http://blogs.plos.org/neuroanthropology/2015/04/25/scott-atran-on-youth-violent-extremism-and-promoting-peace/

Scott Atran, Jeremy Ginges/ Religious and Sacred Imperatives in Human Conflict/Science/336/2012/855-857/DOI: 10.1126/science.1216902

Hammad Sheikh, Jeremy Ginges, Alin Coman, Scott Atran/Religion, group threat and sacred values/Judgment and Decision Making/7/2012/110–118/,  http://journal.sjdm.org/12/12305/jdm12305.html

Jeremy Ginges, Scott Atran/War as a moral imperative (not just practical politics by other means)/Proc. R. Soc. B/2011/1-9/10.1098/rspb.2010.2384

Scott Atran, Robert Axelrod/Reframing Sacred Values/Negotiation Journal/24/2008/221-246/10.1111/j.1571-9979.2008.00182.x

Philip E. Tetlock/Thinking the unthinkable: sacred values and taboo cognitions/Trends in Cognitive Sciences/7/2003/320-324/http://dx.doi.org/10.1016/S1364-6613(03)00135-9

Daniel M. Bartels, Douglas L. Medin/Are Morally Motivated Decision Makers Insensitive to the Consequences of Their Choices?/Psychological Science/18/2007/24-28/10.1111/j.1467-9280.2007.01843.x

Katja Rost, Lea Stahel, Bruno S. Frey/Digital Social Norm Enforcement: Online Firestorms in Social Media/PLoS One/11/2016/10.1371/journal.pone.0155923

Interessante spätere Funde zum Thema, die mit dem zu haben, was ich in meinem Artikel beschreibe:

Ein Tweet mit einem Auszug aus dem ZEITMagazin zum Thema, was alles ein heiliger Wert werden kann.

Der Artikel Why scientists are losing the fight to communicate science to the public und daraus besonders zwei Sätze: „It’s more about who we are and our relationships than about what is right or true.“ „the charlatans have already recognised the need, and have built the communities that people crave.“ Und ein interessanter Gedanke: „Most science communication isn’t about persuading people; it’s self-affirmation for those already on the inside. Look at us, it says, aren’t we clever? We are exclusive, we are a gang, we are family. … It’s tribalism.“

Der Deutschlandfunk-Beitrag Wir oder die über die zunehmende Polarisierung in der Türkei: „Türken gegen Kurden, Säkulare gegen Religiöse, Erdogan-Fans gegen Erdogan-Gegner. “

Auch wenn es die Themen des Artikels vermutlich nur streift, erscheint mir das Buch Tribe: On Homecoming and Belonging von Sebastian Junger in diesem Zusammenhang sehr interessant. Allerdings habe ich es noch nicht gelesen, sondern nur gehört, was Junger in einem Interview dazu gesagt hat.

Ergänzt am 10.11.16, weil es mir gut zur Überschrift dieses Posts zu passen scheint: The fear that propelled Donald Trump requires no logic (wobei ich die Überschrift irreführend finde).

Ergänzt am 16.11.16: Hier noch ein Link zu einem sehr ausführlichen Artikel von Jonathan Haidt, der erschien, nachdem mein Artikel fertig war: When and Why Nationalism Beats Globalism. Sehr ausführlich, mit Hinweisen auf interessante Forschungsergebnisse, auch wenn ich mir nicht sicher bin, was Haidts Schlussfolgerungen angeht. Interessant fand ich zum Beispiel diese Studie von Karen Stenner, die Haidt so beschreibt:

In one set of experiments she asked Americans to read fabricated news stories about how their nation is changing. When they read that Americans are changing in ways that make them more similar to each other, authoritarians were no more racist and intolerant than others. But when Stenner gave them a news story suggesting that Americans are becoming more morally diverse, the button got pushed, the “authoritarian dynamic” kicked in, and they became more racist and intolerant. For example, “maintaining order in the nation” became a higher national priority while “protecting freedom of speech” became a lower priority. They became more critical of homosexuality, abortion, and divorce.

Ergänzt am 8.12.16: Why We Love Moral Rigidity.

Ergänzt am 15.3.2017 aus einem Spiegel-Interview mit Paul Wilders, dem Bruder von Geert. (Die deutsche Version befindet sich leider hinter einer Bezahlschranke.)

He [Geert] is a master of short messages. And in this complex age, that is precisely what many people want: a simple political vision without any nuance. Geert gives them that. He creates an identity: We, the Dutch people. And he also creates opposite poles: Muslims, the European Union, the elites.

Hervorhebungen von mir. Es entsteht, was auch heilige Werte verstärken und zementieren sollen, das Gefühl wir (unsere Gruppe) gegen die.

Ergänzt am 23.3.2017:

When it comes to fake news, one’s identity — and the values and preferences that identity represents — matter way more than just about anything else.

Aus: Fake News Spreads Because People Trust Their Friends Too Much, Unterstreichung von mir.

Heilige Werte – Wurzel schwer lösbarer Konflikte

ph1216 Das Dezember-Heft von Psychologie Heute enthält meinen Artikel über Heilige Werte. Als Wissenschaftlerin (ich bin Biologin) bin ich immer wieder erstaunt und manchmal auch schockiert, wenn Menschen Vernunftgründen oder Fakten nicht zugänglich sind. Meine Recherche zum Thema Heilige Werte hat mir geholfen zu verstehen, wie es dazu kommen kann und dass wir alle moralische Grundsätze haben, von denen wir unter keinen Umständen abrücken wollen.

Auch warum es diese Werte gibt, habe ich dadurch verstanden: Sie halten kleine und große Gruppe (zum Beispiel Religionsgemeinschaften oder Staaten) zusammen und ermöglichen es, dass wir Menschen, mit denen wir nicht verwandt sind oder die uns sogar fremd sind, vertrauen und mit ihnen zusammenarbeiten. Mehr dazu, wie gesagt, in Heft 12/16 von Psychologie.

Wie üblich enthält dieser erste Post zu dem Artikel die Outtakes, also die Passagen, die es aus Platzgründen nicht ins Heft geschafft haben. Dieses Mal sind es besonders viele, weil ich das Thema so wichtig und so spannend fand. Weiterlesen

Aha-Momente – Wie sie entstehen und wie wir sie herbeiführen können

Das Juli-Heft von Psychologie Heute enthält meinen Artikel Aha! Wenn der Groschen fällt. Als Journalistin und als Krimiautorin, kurz: als Kreative, bin ich auf gute Einfälle angewiesen. Deshalb war die Recherche zu diesem Artikel nicht nur interessant für mich, sondern auch besonders nützlich. Habe ich den bestenJob/die besten Jobs auf der Welt, oder was? 😉

Wie üblich enthält dieser erste Post zu dem Artikel die Outtakes, also die Passagen, die es aus Platzgründen nicht ins Heft geschafft haben. In einem zweiten Post verrate ich meine wichtigsten Quellen und gebe Hinweise auf einige Zitate und Links, die ich erst nach dem Schreiben gefunden habe.

Genug der Vorrede. Hier sind die Outtakes: Weiterlesen

Überraschung! Das unterschätzte Gefühl, das das Leben lebenswert macht (Outtakes)

PH0516Hier also, wie im vorigen Post versprochen und wie üblich bei neuen Artikeln von mir, die Outtakes aus meinem Psychologie-Heute-Beitrag „Überraschung!“. Passagen also, die es aus Platzgründen nicht ins Heft geschafft haben. Im Gegensatz zu Printmedien kennt das Internet glücklicherweise keine Begrenzungen 😉

Los geht’s:

Überraschung ist ein rätselhaftes Gefühl mit vielen Facetten. Einerseits verunsichert sie, andererseits kann sie Freude und Glück intensivieren. Kinder – und nicht nur sie – lernen aus ihr. Kurz: Sie gibt unserem Leben Würze und sorgt dafür, dass es nicht langweilig wird.

Unser Leben ist gleichzeitig ärmer und reicher an Überraschungen als das unserer Vorfahren. Der technische Fortschritt und speziell die Digitalisierung sorgen dafür, dass Veränderungen immer schneller auf uns einprasseln. In immer kürzeren Abständen sind wir mit Neuerungen konfrontiert, im Beruf und auch in der Freizeit. Wer arbeitet schon noch auf dieselbe Art und Weise wie vor 25 oder auch nur zehn Jahren? Wer hört noch Musik oder schaut Videos wie in der gar nicht so weit zurückliegenden Vergangenheit? Weiterlesen

Überraschung! Das unterschätzte Gefühl, das das Leben lebenswert macht

Das Mai-Heft von Psychologie Heute enthält meinen Artikel Überraschung! Er basiert unter anderem auf dem Buch Surprise: Embrace the Unpredictable and Engineer the Unexpected von Tania Luna und LeeAnn Renninger.

Ich fand das Thema sehr spannend und habe eine Menge Neues und Nützliches gelernt. In einem zweiten Post in den kommenden Tagen werde ich hier im Blog einige Passagen veröffentlichen, die es aus Platzgründen nicht ins heft geschafft haben.

Jetzt aber erst einmal für, die die es interessiert meine weiteren Quellen:

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