Diabetes-Vorbeugung: Obst ja, Fruchtsäfte nein

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Menschen, die mehr Obst essen, haben ein etwas geringeres Risiko an Diabetes zu erkranken. So wenig aufregend lautet die übergreifende Botschaft einer aktuellen Studie. Doch einige Details sind neu und interessant. Etwa, welche Obstsorten am besten wirken, nämlich Blaubeeren, Trauben und Äpfel. Oder, um präzise zu sein: Wer dreimal in der Woche eine Portion Blaubeeren, Trauben oder Rosinen, Äpfel oder Birnen aß, bei dem war die Wahrscheinlichkeit zu erkranken signifikant (also wissenschaftlich aussagekräftig) niedriger.

Die Wissenschaftler werteten Daten von etwa 187000 Teilnehmern dreier großer Langzeitstudien aus (151000 Frauen und 36000 Männern). Im Verlauf von durchschnittlich etwa 20 Jahren erkrankten etwas mehr als 12000 Teilnehmer an Diabetes (6,5 %). Die Auswertung erfolgte für zehn Obstsorten bzw. -gruppen (signifikante Ergebnisse sind gefettet):

– Weintrauben oder Rosinen (Risiko bei drei Portionen/Woche: 0,88)*,
– Pfirsiche, Aprikosen, Pflaumen (0,97),
– Dörrpflaumen (0,89),
– Bananen (0,95),
– Cantaloupe-Melonen (1,10),
– Äpfel oder Birnen (0,93),
– Orangen (0,99),
– Grapefruits (0,95),
– Erdbeeren (1,03),
– Blaubeeren (0,74).

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Was für die Unterschiede in der Wirkung verantwortlich ist, wissen die Forscher nicht. Der so genannte glykämische Index, ein Maß dafür, wie schnell die jeweiligen Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel steigen lassen, spielte jedenfalls keine Rolle.

Im Hinblick auf Fruchtsäfte gehen die Autoren nicht ins Detail, sondern stellen ganz allgemein fest, dass ein größerer Konsum mit einem größeren Diabetes-Risiko einherging (bei einer Portion oder mehr pro Tag ist es z. B. um etwa 20 % erhöht).

Was und wie viel die Probanden zu sich nahmen, wurde alle vier Jahre mit Fragebögen ermittelt.

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Die Ergebnisse ihrer Studie haben die Forscher aus den USA, Großbritannien und Singapur in diesem Artikel veröffentlich: Fruit consumption and risk of type 2 diabetes: results from three prospective longitudinal cohort studies. Vereinfachte Darstellungen enthalten die Pressemitteilungen Researchers find link between blueberries, grapes and apples and reduced risk of type 2 diabetes und Eating whole fruits linked to lower risk of type 2 diabetes.

Fazit: Obst ist gesund, auch weil es das Risiko mindert, an Diabetes zu erkranken. Besonders gilt das offenbar für Blaubeeren, Weintrauben und Äpfel. Fruchtsäfte dagegen erhöhen mit zunehmendem Konsum die Wahrscheinlichkeit für eine Zuckerkrankheit. Es ist so langweilig, wie wahr: Auch diese Studie spricht dafür, dass eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst (und Gemüse) und wenig „industriell hergestellten“ Lebensmitteln für die Gesundheit am besten ist.

*bei diesen Zahlen haben die Forscher bereits andere Schad- und Schutzfaktoren berücksichtigt. So treiben z. B. Menschen, die mehr Obst essen, auch mehr Sport, rauchen aber andererseits seltener. Wenn man wissen möchte, ob das geringere Risiko zu erkranken auf dem Obstkonsum beruht, muss man solche Faktoren herausrechnen.