Stress hat auch seine guten Seiten – meine Quellen

Wie gestern angekündigt, veröffentliche ich in diesem Post die wesentlichen Quellen, auf denen mein Artikel Schöner Stress im Augustheft von Psychologie Heute basiert.

Dies waren

erstens das Buch The Upside of Stress: Why stress is good for you (and how to get good at it) von Kelly McGonigal

und zweitens diese Artikel und Websites:

Kelly McGonigal: http://kellymcgonigal.com
The Center for Compassion and Altruism Research and Education: http://ccare.stanford.edu
Kelly McGonigal, Wie man Stress zu seinem Freund machen kann: http://www.ted.com/talks/kelly_mcgonigal_how_to_make_stress_your_friend?language=de
Studie der Techniker Krankenkasse zum Stress in Deutschland: http://www.tk.de/tk/themen/kampagne-stress/studienband-und-ergebnisse/609538
Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Sterbefaelle/Tabellen/LebenserwartungBundeslaenderMaennlich.html und https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Sterbefaelle/Tabellen/LebenserwartungBundeslaenderWeiblich.html
Abiola Keller et al., Does the perception that stress affects health matter? The association with health and mortality: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3374921/
Hermann Nabi et al., Increased risk of coronary heart disease among individuals reporting adverse impact of stress on their health: the Whitehall II prospective cohort study: http://eurheartj.oxfordjournals.org/content/34/34/2697.long
Charles Holahan et al., Stress Generation, Avoidance Coping, and Depressive Symptoms: A 10-Year Model: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3035563/
Louis Tay, Multilevel mixed-measurement IRT analysis: An explication and application to self-reported emotions around the world: http://members.home.nl/jeroenvermunt/tay2009b.pdf
Roy Baumeister et a., Some Key Differences between a Happy Life and a Meaningful Life: http://faculty-gsb.stanford.edu/aaker/pages/documents/SomeKeyDifferencesHappyLifeMeaningfulLife.pdf
Shelley E. Taylor: https://taylorlab.psych.ucla.edu
Shelley E. Taylor et al., Biobehavioral Responses to Stress in Females:
Tend-and-Befriend, not Fight-or-Flight: http://scholar.harvard.edu/marianabockarova/files/tend-and-befriend.pdf
Bernadette von Dawans et al., The Social Dimension of Stress Reactivity: Acute Stress Increases Prosocial Behavior in Humans: https://www.psychologie.uni-freiburg.de/abteilungen/psychobio/team/publikationen/stressandprosocialbehaviour
(Zugehörige PM) Gestresste Männer sind sozialer: http://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2012/pm.2012-05-21.111
Clemens Kirschbaum et al., The ‚Trier Social Stress Test‘–a tool for investigating psychobiological stress responses in a laboratory setting: http://www.researchgate.net/publication/14944707_The_%27Trier_Social_Stress_Test%27–a_tool_for_investigating_psychobiological_stress_responses_in_a_laboratory_setting
Michael Poulin, Giving to Others and the Association Between Stress and Mortality: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3780662/
Michael Poulin, Volunteering predicts health among those who value others: two national studies: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23566179
Michael J. Poulin: http://psychology.buffalo.edu/about-us/faculty/poulin
APA, Turning Lemons into Lemonade: Hardiness Helps People Turn Stressful Circumstances into Opportunities: http://www.apa.org/research/action/lemon.aspx
Jeremy Jamieson: https://www.psych.rochester.edu/people/jamieson_jeremy/index.html Jeremy P. Jamieson et al., Improving Acute Stress Responses: The Power of Reappraisal, http://www.wjh.harvard.edu/~nock/nocklab/Jamieson-2013.pdf
Jamieson et al. http://dash.harvard.edu/bitstream/handle/1/4214916/Mendes_ReappraisingArousal.pdf?sequence=2
Jeremy Jamieson, Public Speaking and Stress Responses: https://www.psychologytoday.com/blog/the-many-sides-stress/201306/public-speaking-and-stress-responses
Interview mit Oliver Wolf „Bei Stress übernimmt unser Autopilot die Führung“: http://www.medica.de/cipp/md_medica/custom/pub/content,oid,36051/lang,1/ticket,g_u_e_s_t/~/%E2%80%9EBei_Stress_%C3%BCbernimmt_unser_Autopilot_die_F%C3%BChrung%E2%80%9C.html
Jeylan T. Mortimer, The Benefits and Risks of Adolescent Employment: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2936460/
Mortimer, J. T., Staff, J., Early work as a source of developmental discontinuity during the transition to adulthood: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15704827
Megan Gunnar et al., Moderate versus severe early life stress: Associations with stress reactivity and regulation in 10–12-year-old children: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2670489/#R69
Mark Seery et al., Whatever Does Not Kill Us:Cumulative Lifetime Adversity, Vulnerability, and Resilience: https://webfiles.uci.edu/rsilver/Seery,%20Holman,%20&%20Silver%202010%20JPSP.pdf
Alison Wood Brooks, Get Excited: Reappraising Pre-Performance Anxiety as Excitement: http://www.apa.org/pubs/journals/releases/xge-a0035325.pdf
(Zugehörige PM) Getting Excited Helps with Performance Anxiety More Than Trying to Calm Down, Study Finds: http://www.apa.org/news/press/releases/2013/12/performance-anxiety.aspx
Juliane Strack et al., Will you thrive under pressure or burn out? Linking anxiety motivation and emotional exhaustion: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24889219
Michael S. Krasner et al., Association of an Educational Program in Mindful Communication With Burnout, Empathy, and Attitudes Among Primary Care Physicians: http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=184621
Geoffrey L. Cohen und David K. Sherman, The Psychology of Change: Self-Affirmation and Social Psychological Intervention: https://ed.stanford.edu/sites/default/files/annurev-psych-psychology_of_change_final_e2.pdf
Abelson, J. L. et al., Brief cognitive intervention can modulate neuroendocrine stress responses to the Trier Social Stress Test: Buffering effects of a compassionate goal orientation: http://www.psyneuen-journal.com/article/S0306-4530%2814%2900067-5/abstract
Menschen helfen, gesund bleiben (PM der Uni Freiburg): http://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2014/pm.2014-05-14.39

Anmerkung: Manchmal erhalte ich von Wissenschaftlern die vollständige Veröffentlichung, kann im Internet aber nur auf einen Abstract (eine Zusammenfassung) verlinken, weil sich der Artikel als Ganzes hinter einer Paywall (Zahlschranke) befindet.

Um ein verwandtes Thema (posttraumatischen Stress) ging es in meinem Artikel Am Trauma wachsen im Märzheft von Psychologie Heute, s. mein Post Verletzlicher, aber stärker – Wie wir an traumatischen Erlebnissen wachsen.

Stress hat auch seine guten Seiten

„… this sort of tension, unpleasant though it is, is (for me, at least) a prerequisite of performing well.“ Oliver Sacks über Lampenfieber

Das Augustheft von Psychologie Heute enthält meinen Artikel Schöner Stress als Titelgeschichte. Zum selben Thema ebenfalls lesenswert sind das Editorial von Ursula Nuber und sowie das Interview mit Helen Heinemann, die das Buch Warum Stress glücklich macht: Oder: Wieso wir aufhören sollten zu entspannen geschrieben hat.

Die Recherche hat mir viel Spaß gemacht und wie so oft habe ich selbst dabei auch eine Menge gelernt.

Hier, wie üblich, die Outtakes, also die Passagen, die es aus Platzgründen nicht in die Zeitschrift geschafft haben:

Andererseits ist bekannt, dass Gedanken die Gesundheit beeinflussen können. Man denke nur an den Placebo-Effekt.

Megan Gunnar und weitere Forscher von derselben Universität zeigten, dass Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren am wenigsten mit einer Erhöhung des Cortisol-Spiegels auf Stress reagierten, also resilienter waren, wenn sie am Anfang ihres Lebens mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen hatten. Diese Kinder waren sehr jung aus dem Ausland adoptiert worden, was die Wissenschaftler als mittlere Belastung werteten. Sowohl Jungen und Mädchen, die länger auf die Adoption warten mussten (starke Belastung), als auch solche, die bei ihren leiblichen Eltern aufwuchsen (keine Belastung), waren weniger widerstandsfähig.

Zwar könnte man theoretisch aus Seerys U-förmigen Kurven Schwellenwerte ablesen. Doch dabei handelt es sich erstens um Durchschnittswerte von verschiedenen Probanden mit unterschiedlichen Erlebnissen, so dass sich daraus keine Aussage für einen bestimmten Fall ableiten lässt. Kelly McGonigal, die selbst zu viel Schlimmes erlebt hat, um sich im optimalen Bereich zu befinden, hat den Forscher selbst nach Rückschlüssen aus seinen Daten gefragt. Im Hinblick auf die Personen mit ungewöhnlich vielen schlimmen Erlebnissen betont Seery, dass es sich um zu wenige handelt, um aufgrund der Zahlen zuverlässige Angaben machen zu können. Außerdem weiß er, dass es einigen dieser Teilnehmer außergewöhnlich gut geht. Er ist deshalb zuversichtlich, dass es zumindest möglich ist, auch aus einer Vielzahl von Schicksalsschlägen ohne bleibende Schäden hervorzugehen.

Eine Berufsgruppe macht offenbar vieles richtig. Das Versorgen von Notfallpatienten ist gewiss keine leichte Aufgabe. Und doch fasst Hans-Eckart Klose von der Universität Freiburg die Ergebnisse einer Befragung so zusammen: „Rettungsassistenten arbeiten viel und stehen oft unter hohem Zeitdruck, aber durchgängigen psychischen Stress im Sinne einer objektiven Überforderung stellen wir nicht fest.“ Als Gründe nennt der Wirtschaftspsychologe, dass die Betreffenden „ihre Arbeit als besonders sinnhaft und wichtig wahrnehmen“, sowie das Gemeinschaftsgefühl, das schützend wirken kann.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeichnen ein differenzierteres, positiveres Bild vom Stress. Und das ist gut. Denn wie sagt Kelly McGonigal? Ein sinnerfülltes Leben ist ein stressreiches Leben.

In meinem nächsten Post veröffentliche ich, wie gehabt, die wichtigsten Quellen zu diesem Artikel. Wer nicht warten mag, findet sie außerdem zurzeit (8.7.2015) auf der Website von Psychologie Heute.

Um ein verwandtes Thema (posttraumatischen Stress) ging es übrigens in meinem Artikel Am Trauma wachsen im Märzheft von Psychologie Heute, s. mein Post Verletzlicher, aber stärker – Wie wir an traumatischen Erlebnissen wachsen.