TED Talks der Woche: moderne Stadtentwicklung

Heute möchte ich auf zwei Talks hinweisen, in denen es u. a. um die Verkehrsgestaltung in Städten geht. Das Thema passt insofern gut in mein Blog „Mehr wissen, besser leben“, als sich inzwischen in manchen (vielen?) Städten die Bürger in die Planung einbringen können.

Außerdem musste ich bei den beiden Vorträgen an diesen TED Talk denken: Why mayors should rule the world.

Talk Nr. 1: Jeff Speck: The walkable city


Talk Nr. 2: Janette Sadik-Khan: New York’s streets? Not so mean any more

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Was bisher geschah: Alle bisherigen Posts auf einen Blick

Foto: rmkoske/Flickr

Wie die Zeit vergeht! Jetzt ist auch dieses Blog schon wieder acht Wochen alt. Leider blättern die wenigsten Leser mehr als ein paar Posts zurück. Das finde ich schade.

Damit meine Artikel nicht ganz so sang- und klanglos in der Versenkung verschwinden und Leser vielleicht weitere Beiträge entdecken, die sie interessieren, möchte ich hin und wieder daran erinnern, „was bisher geschah“, sprich zu früheren Posts verlinken:

Die zwei besten Methoden, um für Prüfungen zu lernen,

Intelligenz: Just the facts, Ma’am,

Eltern sind gesünder,

Rezension: Die Kunst des Vertrauens,

Diabetes-Vorbeugung: Obst ja, Fruchtsäfte nein,

Welcher Studie kann ich trauen? (Teil 1),

Welcher Studie kann ich trauen? (Teil 2),

Koffein kann Hirnentwicklung beeinträchtigen,

Buchempfehlung: “Rasant entspannt”,

Noch mehr Entspannungsübungen,

Wie schmeckt’s? – Das kommt auf die Umgebung an.

Da ist ja schon allerhand zusammengekommen. Und ich habe noch nicht einmal die Posts aus den Rubriken TED Talk der Woche und Meldungen der Woche aufgeführt, die durchaus auch einen Blick oder zwei wert sind.

Viel Spaß beim Stöbern und Lesen!

Meldungen der Woche (8)

Hier wie üblich die Meldungen, die mir in dieser Woche aufgefallen sind:

– Risiko Überbehandlung: Kaum ein Arzt informiert richtig,

Female Doctors Better Than Male Doctors,

Making Sense of Conflicting Advice on Calcium Intake. „… a UC San Francisco researcher says patients and health care practitioners should focus on getting calcium from the diet, rather than supplements, when possible“,

Observations: Saturated fat is not the major issue,

Das Phantomtor von Hoffenheim: wenn Fußball unsere Wahrnehmung übersteigt,

Exercise during pregnancy improves vascular function of offspring into adulthood. Tierfroschung mit Schweinen,

Can anyone really multitask? „researchers show that under certain conditions, women have an advantage over men at multitasking“.

Wie schmeckt’s? – Das kommt auf die Umgebung an

Foto: Petyo Ivanov/Flickr

Wie viel wir essen oder trinken und auch wie es uns schmeckt, hängt nicht nur von objektiven Gegebenheiten und unverrückbaren Vorlieben ab, etwa unserem Hunger, den molekularen Eigenschaften eines Nahrungsmittels oder ob wir ein bestimmtes Getränk sehr mögen oder nicht, sondern auch von den äußeren Gegebenheiten. Etwas, das auch Gastgeber wissen sollten.

Whisky

Charles Spence, Professor of Experimental Psychology an der University of Oxford, untersuchte gemeinsam mit Mitarbeitern, wie sich der subjektive Geschmack von Whisky dadurch beeinflussen ließen, was die Probanden sahen, hörten und rochen. Nicht  nur die Augen essen (und trinken) also mit, sondern auch die Nase, was nicht so sehr erstaunt, und auch, schon unerwarteter, die Ohren.

Holz

Je nachdem, in welchem Raum die Testpersonen den Whisky probierten, empfanden sie den Geschmack nach grünem Gras stärker oder nach Holz oder seine Süße. Das „Holzzimmer“ zum Beispiel roch nach Zedernholz und der Klangteppich bestand aus knarrenden Balken, dem Knistern eines Holzfeuers und dem gelegentlichen Ertönen eines Kontrabasses (eines Holzinstruments). Im Grasraum waren die Geräusche auf einer Sommerwiese zu hören und der Boden war mit Fertigrasen bedeckt, im „süßen“ Raum waren alle Gegenstände rund, z. B. die Möbel, es gab eine Schale mit reifem Obst, die Probanden hörten das Klingeln von Glöckchen usw. (Mehr Details in der Veröffentlichung.)

Und tatsächlich empfanden die Versuchspersonen denselben Whisky in dem jeweiligen Zimmer entsprechend „grasiger“, „holziger“ oder süßer. Über den Geschmack entscheiden also nicht allein Zunge und Gaumen, sondern auch die übrigen Sinne. Bzw. das Gehirn, wenn es aus den verschiedenen Eindrücken das Geschmackserlebnis zusammensetzt.

Guiness

Foto: Stephen Edgar/Flickr

Bereits 2011 zeigten vier Forscher — unter erheblichem persönlichem Einsatz, wie ich mir sicher bin –, dass Guinness in Irland besser schmeckt als in anderen Ländern. Im Hinblick auf den Grund dafür erwähnen die Wissenschaftler mehrere Theorien. Die „Verschwörungstheorie“ besagt, dass es mehrere Sorten von Guinness gibt. Eine, die für den Export gebraut wird, eine für Irland und die beste für die Angestellten der Firma. Eine andere Theorie besagt, dass es eine Frage der Umgebung ist, dass Guinness in einem irischen Pub mit Iren als charismatischen Gastgebern einfach besser schmeckt. Womit wir wieder beim Thema dieses Posts wären.

Ein umfassender Überblick

Der Klassiker übrigens, wenn es darum geht, wie äußere Bedingungen unsere Wahrnehmung und unser Ess- und Trinkverhalten beeinflussen, ist das Buch Essen ohne Sinn und Verstand:

Geschrieben hat es Brian Wansink und auf der Website zum Buch, Mindless Eating, gibt es, wie auf Wansinks Website selbst, einige weitere Infos zum Thema.

Fazit: Augen, Ohren und Nase essen und trinken mit. Als Gastgeber zum Beispiel können Sie Speis und Trank aufwerten, indem Sie für ein passendes, ansprechendes Ambiente sorgen.

Quellen:

Pressemitteilung How does your whisky taste?
Die zugehörige Veröffentlichung: Assessing the influence of the multisensory environment on the whisky drinking experience

Artikel: Does Guinness really taste better in Ireland? Science weighs in
Veröffentlichung: Does Guinness Travel Well?

(Nachtrag vom 25.10.2013) Gerade entdeckt: Wine tastes like the music you’re listening to.

Meldungen der Woche (7)

Welche Meldungen mir in dieser Woche aufgefallen sind? Gut, dass Sie fragen:

– Weltweit größte Therapiestudie: Psychotherapie ist wirksam bei Magersucht. „Erwachsene magersüchtige Patientinnen, die nicht zu schwer erkrankt sind, können mit psychotherapeutischer Behandlung erfolgreich ambulant behandelt werden … Allerdings kann einem Viertel der Patientinnen nicht schnell geholfen werden. … Die ANTOP-Studie („Anorexia Nervosa Treatment of Out Patients“) wurde an zehn deutschen universitären Ess-Störungszentren unter Federführung der Abteilungen für Psychosomatische Medizin der Universitätskliniken Tübingen (Leitung: Prof. Dr. Stephan Zipfel) und Heidelberg (Leitung: Prof. Wolfgang Herzog) durchgeführt“,

– Stress verändert das Erbgut,

Studie fehlinterpretiert – Katzenhalter können ihre Vierbeiner ruhig streicheln — die gute Nachricht der Woche 😉

– und schließlich diese Meldung, einfach weil ich sie interessant finde: BMJ journal editors will no longer consider research funded by the tobacco industry. (Das British Medical Journal ist eine der führenden medizinischen Fachzeitschriften.)

TED Talk der Woche: Why our IQ levels are higher than our grandparents‘

Den heutigen Vortrag Why our IQ levels are higher than our grandparents‘ hält James Flynn, der Mann, nach dem der Flynn-Effekt benannt ist. Was das ist? Das soll er am besten selbst erklären:

Auf der TED-Website gibt es weitere Informationen über Flynn und seinen Talk.

Wenn man über Intelligenz und IQ-Tests schreibt, kommt man an Flynn nicht vorbei und so habe auch ich ihn in meinem Artikel Intelligenz — was sie fördert, was sie begrenzt erwähnt, der 2012 in Psychologie Heute erschienen ist.

Noch mehr Entspannungsübungen

Gestern habe ich an dieser Stelle von dem Buch Rasant entspannt von Norbert Fessler geschwärmt.

Heute möchte ich in diesem Zusammenhang auf einen Artikel hinweisen, den ich vor einiger Zeit für die Zeitschrift Brigitte Woman geschrieben habe: Was bei Schmerzen im Nacken hilft. Dort werden einige Übungen erklärt, die helfen, speziell die Nackenmuskeln zu entspannen. Auch dieses Programm (Rückenfit am PC) wurde von Wissenschaftlern zusammengestellt, in diesem Fall u. a. von Dr. Anett Reißhauer vom Arbeitsbereich Physikalische Medizin und Rehabilitation der Charité-Universitätsklinik in Berlin.

Buchempfehlung: „Rasant entspannt“

Coverabbildung © Holger Münch, TRIAS Verlag

„Stress im Job, Hektik im Alltag und ein strammes Freizeitprogramm – da ist es kein Wunder, wenn der Nacken verspannt, der Rücken schmerzt oder der Schädel brummt. Mit einem achtsamen Blick auf sich selbst und einfachen Minuten-Übungen lassen sich typische Stresssituationen entschärfen und Beschwerden rasch lindern.“ So beginnt eine Pressemitteilung, die für das Buch Rasant entspannt von Norbert Fessler wirbt. Und ich muss sagen: In diesem Fall trifft die Werbung einmal zu.

Wer wie ich die meiste Zeit mehr oder weniger krumm vorm PC sitzt und auf den Bildschirm starrt, dessen Muskeln sind am Ende des Tages — oder vieler Tage — so verspannt, dass sie dies durch Schmerzen in Kopf, Nacken und Schultern kundtun. Stress und Zeitdruck tun ihr Übriges.

Was mich beim Lesen der besagten Pressemitteilung neugierig machte, waren die Worte „neun Kurzprogramme für Körper und Geist , die sich problemlos in den Alltag integrieren lassen“ sowie die Erklärung, dass diese Übungen „mit insgesamt 14 Expertinnen und Experten“ vom Autor „entwickelt“ und „evaluiert“ wurden.

Geschrieben hat das Buch Prof. Dr. phil. habil. Norbert Fessler. Er ist Professor für Sozialwissenschaften des Sports am Institut für Bewegungserziehung und Sport der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Seit 1999 ist er Leiter der Entspannungsseminare in der Lehrerausbildung und 2010 gründete er die Arbeitsgruppe KET (Karlsruher Entspannungstraining).

Als Schreibtischtäterin (s. o.) empfand ich die Übungen für Augen, Nacken und Schultern als besonders wohltuend. Ich verspürte schnell eine Besserung und fühlte, wie die Muskeln, zum Beispiel im Bereich der Schultern, sich dehnten und entspannten. Wie versprochen sind die Übungen einfach und nehmen relativ wenig Zeit in Anspruch. Weitere Kurzprogramme widmen sich Kiefermuskeln, Brustkorb, Rücken (!), Händen, Beinen und Füßen.

Im hinteren Teil des Buchs erklärt Fessler, wie man verschiedene Übungen kombinieren und in Alltagssituationen trainieren kann, zum Beispiel während der Gartenarbeit, vor dem Fernseher oder beim Telefonieren.

„Rasant entspannt“ kostet als Print-Buch 14,99 € und als E-Book 11,99 € (Stand 5.10.2013).

Weitere Informationen: Die besten Minuten-Übungen gegen Alltagsstress.

Meldungen der Woche (6)

Die Ausbeute dieser Woche:

DGK-Präsident Prof. Hamm: Immer weniger Menschen sterben in Deutschland an einem Herzinfarkt,

– Plötzlich Lust auf Mathe – wie Lehrer Jugendliche motivieren,

Hintergründe der Kriminalität,

Study Shows Snacking on Almonds Decreased Appetite without Increasing Body Weight. 1,5 ounces entspricht 42,5 g.

Osteoarthritis and You: Mayo Clinic Experts Offer Tips for Prevention, Coping,

Researchers find link between aircraft noise and heart disease,

–  Schwindel und seine Ursachen: Wenn die Welt aus dem Gleichgewicht gerät.